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'Freiherr-vom-Stein-Gymnasium'

Standort:Lünen 
Adresse:Friedenstraße 12, Lünen
Architekt:Schulze, Karl (in Büro D. & K. Schulze)
Baujahr:1929-1931
 
Das 1907 gegründete und mit eigenem Schulneubau ausgestattete Progymnasium Lünen wurde 1922 offiziell als Realgymnasium anerkannt. Bereits 1929 war ein größerer Neubau erforderlich, der nach einem Wettbewerbsentwurf von Karl Schulze ausgeführt wurde. Schulze arbeitete seit Beginn des Jahrhunderts mit seinem Bruder Dietrich zusammen unter dem Büronamen „D. & K. Schulze“ in Dortmund, verstarb aber bereits im Jahr des Baubeginns. Die im Werk dieses Büros zu beobachtende stilistische Heterogenität legt die Vermutung nahe, dass bereits unter der künstlerischen Leitung von Karl Schulze (*1876) auch talentierte jüngere Mitarbeiter zum kreativen Zuge kamen; für die frühen 1920er Jahre ist beispielsweise die Mitwirkung von Emil Pohle belegt. Jedenfalls besitzt der 1931 fertiggestellte Lünener Schulbau eine stilistische Linie, die in ihrer modischen Eleganz nur mühsam in die zeitgenössischen regionalen Architekturtrends einzuordnen ist und eine (für Deutschland unübliche) Kategorisierung als „Art-Déco-Architektur“ beinahe denkbar erscheinen lässt. Auch der in der Literatur zu findende Vergleich mit Entwürfen des Niederländers Willem Marinus Dudok erscheint nicht abwegig. Als nach rund fünf Jahrzehnten ein Erweiterungsbau nötig wurde, erfreute sich diese Architektur bereits einer hohen allgemeinen Wertschätzung – in diesem speziellen Falle forciert durch das Engagement des an der Schule wirkenden Künstlers und Kunsterziehers Rolf-Dietrich Ratzmann. Die ergänzten Bauteile nehmen den gestalterischen Faden auf, insbesondere das ähnliche Backsteinmaterial und die abgerundeten Gebäudeecken führen den Altbau in zeitgenössischer Variation fort. Bei dem zweiten Erweiterungsbau aus dem Jahr 1999 entschied man sich gegen eine weitere Variierung vorgegebener Formen, lediglich im Material der Fassaden glich der Architekt Karl Marek seinen Entwurf an. In diesem Sinne steht das gesamte Ensemble als Fallbeispiel für die Möglichkeiten des „Weiterbauens“ bei denkmalwertem Baubestand; es zeigt zwei unterschiedliche Wege, die beide überzeugen können.
Quellen: - Hartmann, Heine-Hippler 1989; - Wolfgang Balzer: Spuren, Steine, Denkmäler. Lünen, 1993. S. 150ff.;
Ein Artikel unseres Autors Ulrich Bücholdt.
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