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Bild von kath. Pfarrkirche St. Engelbert 

kath. Pfarrkirche St. Engelbert

Standort:EssenLogo Werkbund Architektur
Adresse:Rellinghauser Straße 87, Essen
Architekt:Böhm, Dominikus
Baujahr:1934-1937, 1953-1955
 
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg war ein Architekturwettbewerb für den Neubau der Pfarrkirche St. Engelbert ausgelobt worden, aus dem u.a. ein Entwurf von Josef Franke bekannt ist. Bei Kriegsausbruch lag eine ausführungsreife Planung des Trierer Dombaumeisters Julius Wirtz vor, die vermutlich aus einer Überarbeitung seines Wettbewerbsentwurfes entstand. Der Krieg kam dem Baubeginn zuvor und raubte allen Neubauplänen nachhaltig die finanzielle Basis. Erst zwanzig Jahre später konnte auf dem Grundstück an der Hohenzollernstraße mit dem Bau einer Kirche begonnen werden – nun nach einem ausgeprägt modernen Entwurf von Dominikus Böhm, der zu den führenden Architekten des katholischen Sakralbaus in Deutschland zählte. Der erste Spatenstich wurde am 29. Juli 1934 vollzogen, am 14. Oktober 1934 folgte die feierliche Grundsteinlegung. Wie bei den meist knappen Mitteln der Kirchengemeinden auch damals nicht ungewöhnlich, wurde die Kirche erst nach drei Jahren fertiggestellt. Nachdem die Kirche im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden erlitten hatte, bekam Böhm die „Chance“, seine eigene Kirche beim Wiederaufbau 1953-1955 zu modifizieren. Anscheinend stand dabei aber weniger eine künstlerische Unzufriedenheit mit dem ursprünglichen Entwurf Pate, als vielmehr der Drang zur Bescheidenheit und Sparsamkeit, der die Architektur der Wiederaufbaujahre oft gebremst, mitunter aber auch befruchtet hat. So verzichtete man auf das alte „Westwerk“ mit dem massiv-gedrungen Turmpaar, die Westfassade überragt als Wandschild die Dachlinie, und die fensterartigen Durchbrüche in dieser Zone nehmen die Kirchenglocken auf. Auch St. Engelbert gehört zu den Kirchen, denen durch die Strukturreformen des katholischen Ruhrbistums Essen der Nutzungsverlust droht. Bereits im Herbst 2006 stellte die Gemeinde Entwürfe von Architekturstudenten der TU Darmstadt aus, die ein durchaus kritisches Licht auf die Möglichkeiten zur Umnutzung des Gebäudes warfen.
Quellen: - Architekturführer Essen 1983 (Obj.-Nr. 71); - Parent, Stachelhaus 1993; - Dohmen, Sons: Kirchen, Kapellen, Synagogen in Essen. Essen, 1998;
Ein Artikel unseres Autors Ulrich Bücholdt.
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