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Bild von Handelshof 

Handelshof

Standort:EssenLogo Werkbund Architektur
Adresse:Am Hauptbahnhof 2 (Stadtzentrum)
Architekt:Moritz, Carl; Stahl, Werner; Betten, Albert
Baujahr:1911-1913
 
1913 erschien folgende Meldung in der Deutschen Bauzeitung: „Ein großes Geschäftshaus, der „Handelshof“ in Essen (Ruhr), der einen ganzen Baublock gegenüber dem Hauptbahnhof einnimmt und von den Kölner Arch. Reg.-Bmstr. [a.D.] Moritz und W. Stahl errichtet worden ist, konnte kürzlich seiner Bestimmung übergeben werden. Das von 4 Straßen umzogene Gebäude hat 2550 qm Grundfläche (nutzbare Grundfläche in 6 Geschossen und Keller rd. 15000 qm) und erforderte einen Kostenaufwand von 5,6 Mill. M. Das Gebäude soll in erster Line Handelszwecken dienen, enthält aber u.a. auch ein Lichtspiel-Theater mit 650 Sitzplätzen, ein Hotel mit 50 Zimmern usw. Eigentümerin ist die Essener Grundbesitz-Gesellschaft. Die Stadtgemeinde Essen hat sich daran durch Uebernahme der selbstschuldnerischen Bürgschaft für 4,3 Mill. M. beteiligt. Nach 60 Jahren geht der Handelshof in den Besitz der Stadtgemeinde über.-„1. Das aus Stahlbeton errichtete sechsgeschossige Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Es wurde 1911/1912 von den Kölner Architekten Carl Moritz und Werner Stahl erbaut und steht am Willy-Brandt-Platz in Essen gegenüber dem Hauptbahnhof, am Beginn der Kettwiger Straße, mit dem die Fußgängerzone in der Essener Innenstadt beginnt. Passend dazu befindet sich auf dem Dach des Gebäudes der von dem modifizierten Essener Stadtwappen begrenzte Schriftzug „Essen - die Einkaufsstadt“. Geschichte Das Hotel wurde 1913 eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich in den ca. dreihundertfünfzig Räumen des Gebäudes neben dem Hotel noch zwei Restaurants, ein Café, eine Konditorei, ein Kino sowie mehrere Läden und Büroräume. Es wurde zu Beginn von den Eltern des in Essen geborenen Schauspielers Heinz Rühmann geführt. Ein Schild an der Fassade des Gebäudes erinnert daran. Über die Dauer dieser Leitung gibt es unterschiedlich lautende Quellen; sie war jedenfalls finanziell nicht erfolgreich und endete spätestens 1916, als die Mutter Heinz Rühmanns mit ihren Kindern nach der Trennung von ihrem Mann und dessen Suizid nach München zog. Entgegen einer häufigen Aussage leiteten Rühmanns Eltern zum Zeitpunkt seiner Geburt 1902 noch nicht das Hotel Handelshof, sondern der Vater arbeitete damals im Hotel Stemme, das sich in der Nähe an der Kettwiger Straße befand und Rühmanns Großvater mütterlicherseits gehörte. Nach Hermann Rühmann pachtete Otto Blau das Hotel Handelshof. Unter seiner Leitung wurde es überregional bekannt. Zu dem Hotel gehobener Preisklasse gehörten ein Café, das von Emil Fahrenkamp gestaltet wurde, ein Restaurant, außerdem ein Bierkeller namens Löwenbräu und eine Weinstube. Es verfügte über zweihundertzwanzig Zimmer. 1929 kam es zu einem Brand im Hotel. Im Zuge der Bombenangriffe auf das Ruhrgebiet im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, nach 1945 aber ohne wesentliche Veränderungen instandgesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am 18. Juli 1947 im „Handelshof“ die Lesehalle „Die Brücke“ eingerichtet und am 8. September 1952 öffnete das „Hotel Handelshof“ mit hundertdreiundsechzig Betten erneut. Später wurde das Hotel umgebaut und unter Erhalt der Fassade komplett neu gestaltet. Am 21. April 1981 nahm es wieder den Betrieb auf. Seit dem 22. Februar 1983 gehört es zur Hotel- und Restaurantkette Mövenpick. Im Gebäude befinden sich außerdem mehrere Boutiquen und die Touristikzentrale Essen Marketing GmbH. 2.
Quellen: 1. In: Beilage 8 zur Deutschen Bauzeitung, XLVII. Jahrgang zu Nr. 15 vom 19 Februar 1913, S.30; 2. http://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Handelshof
Ein Artikel unseres Autors Lars Büttner.
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