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'Wilhelm-Lehmbruck-Museum'

Standort:DuisburgLogo Werkbund Architektur
Adresse:Friedrich-Wilhelm-Straße 40, Duisburg
Architekt:Lehmbruck, Manfred
Baujahr:1959-1964
 
"Der vom Bildhauersohn Manfred Lehmbruck (1913–1992) zwischen 1959 und 1964 durchgeführte Bau des Wilhelm Lehmbruck Museums ist kaum fertig gestellt, da gerät er schon im Rahmen der Suche nach der »idealen« Museumsarchitektur in die internationale Diskussion. Der Grund: die antipodische Lösung der beiden Gebäudeteile; auf der einen Seite die konkret auf die Lehmbruck-Sammlung zugeschnittene Beton-Glas-Architektur mit dem »schwebenden« Dach und dem zum Himmel offenen zentralen Lichthof, auf der anderen Seite die »neutrale« Stahl-Glas-Architektur der Großen Halle, die mit ihrem erstmals eingesetzten flexiblen Stellwandsystem für unterschiedlichste Zwecke genutzt werden kann und durch eine beinahe komplette Rundumverglasung ein Höchstmaß an natürlichem Seitenlicht erhält. (...)Trotz unterschiedlicher Funktionen repräsentieren die drei Kulturbauten von Manfred Lehmbruck eine gemeinsame Architektursprache und übereinstimmende Bauprinzipien. Zu diesen Stilmitteln gehören: die Einbettung der Gebäudekörper in das Erdreich hinein, sodass der Besucher aus der Tiefe der Erde über gestaffelte Geschosse und Zwischenebenen in freier Entscheidung seinen Rundgang wählt und Himmel und Bäume um die Bauten herum als die größere, höhere Natur erlebt. Die architektonische Formensprache sucht das Spannungsverhältnis von Statik und Dynamik, die einzelnen Baukörper ordnen sich nach dem Windmühlenprinzip um eine zentrale Freifläche, in Duisburg um den Skulpturenhof. Die Wechselwirkung von Außen- und Innenraum wird hier nicht nur durch wandhohe Glasscheiben betont, sondern auch durch Plattenmaße, die den Eindruck fließender Übergänge vermitteln. Schließlich hat es sich Manfred Lehmbruck stets zur Aufgabe gemacht, sämtliche Details der innenarchitektonischen Einrichtung genauso sorgsam zu gestalten, wie er die Baumaterialien aufeinander abstimmt (Sichtbeton, Kiesel- und Ziegelwände, Glas, Sandböden und Beton bzw. Kunststeinplatten unterschiedlicher Färbungen). Nachdem eine bauliche Erweiterung zur Behebung von Raummängeln unterhalb des Skulpturenhofes in den Jahren 1977 bis 1979 aus finanziellen Gründen aufgegeben werden muss (Zeichnungen liegen vor), ermöglicht erst die Zusage der (letztlich doch gescheiterten) Dauerleihgabe einer expressionistischen Gemälde- und Grafiksammlung 1985 bis 1987 die bauliche Erweiterung. Sie nimmt neben Sammlungs- und Ausstellungsflächen auch zuvor fehlende Nutzräume wie Vortragsraum und Bibliothek, Verwaltungsräume und Werkstätten sowie Depots auf. Die zwei kubischen, zur Halle um 45 Grad gedrehten Baukörper mit ornamental und relativ geschlossen gestalteten Fassaden aus Gasbeton, die durch Erker und Fenster des Foyers Sichtbezüge zum Skulpturenhof und zum Park ermöglichen, hat Manfred Lehmbruck mit seinem langjährigen Mitarbeiter an der Braunschweiger Technischen Hochschule, Klaus Hänsch, verwirklicht. Dank seiner Erweiterung verfügt das Wilhelm Lehmbruck Museum, das inzwischen wieder an räumliche Grenzen gestoßen ist, über eine Sammlungsfläche im Inneren von 5150 m2 und einen Wechselausstellungsraum von 750 m2." (Quelle: http://www.lehmbruckmuseum.de/ Schöner kann man es einfach nicht formulieren!)
Quellen: - Bourrée 1996; - http://www.lehmbruckmuseum.de/
Ein Artikel unseres Autors Ulrich Bücholdt; Lars Büttner.
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