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Bild von Dortberghaus 

Dortberghaus

Standort:Dortmund 
Adresse:Königswall 1, Dortmund
Architekt:Mewes, Emil Rudolf
Baujahr:1936-1938
 
Die Errichtung des „Dortberghaus“ genannten Verwaltungsgebäudes der Gelsenkirchener Bergbau AG (GBAG) Gruppe Dortmund hat zwei unterschiedliche historische Hintergründe: Auf der einen Seite ist der Bau im Zusammenhang des Ausbaus der deutschen Schwerindustrie im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges und der Rüstungspolitik des Dritten Reiches zu sehen. Auf der anderen Seite wurde hier die schon seit den1920er Jahren geplante Altstadtsanierung Dortmunds in Angriff genommen. An prominenter Stelle, im Eingangsbereich zur Dortmunder Innenstadt, wollte sich der kohlefördernde Zweig der Vereinigten Stahlwerke eine neue regionale Hauptverwaltung gönnen. Geeignet schien hierfür das Grundstück der ehemalige Klosterbrauerei und einiger weiterer kleinerer Bauten. Der Abriss sollte der Beginn einer weitreichenden Sanierung bzw. Umgestaltung der Dortmunder Innenstadt sein. In den Planungen der Jahre 1937/38 ist neben einer, bis dahin noch nicht existenten, Achse HBF – Reinoldikirche auch eine weitere Einteilung des Viertels in rechteckige Baublöcke zu erkennen. Durch den Beginn des Krieges und seine für Dortmund verheerenden Folgen, kam von der ursprünglich geplanten U-Form des Dortbergblocks letztentlich nur ein „L“ zur Ausführung. Von den 17 geplanten Achsen am Königswall wurden nur 11 Achsen (44,60 m) tatsächlich gebaut. Nach dem Krieg hat sich durch die völlige Zerstörung Dortmunds eine weitere Sanierung von selbst erledigt. Zur Planung und Ausführung des Neubaus weiss ein Artikel der „Stein-Hardenberg-Werkzeitschrift der Gelsenkirchener Bergwerks AG“[1] ausführlichen Bericht: „Der Bau steht..., zentral zu sämtlichen Schachtanlagen unserer Gruppe am Schnittpunkt aller Hauptverkehrslinien der Stadt, unmittelbar am Hauptbahnhof, und damit nicht nur am verkehrstechnisch, sondern auch städtebaulich besonders bevorzugte Stelle zu liegen. (…) Aber alle beteiligten städtischen Ämter leisteten schnelle Arbeit, so dass im August 1936 die Einzelheiten für den architektonischen Wettbewerb festlagen, aus dem Herr Architekt Mewes, Köln als Sieger hervorging. Dessen Entwurf, der ohne wesentliche Aenderung der Ausführung zugrunde gelegt wurde, ist seinerzeit auch von den maßgeblichen Stellen der Stadt als mustergültig angesehen und genemigt worden. (…) In guter Zusammenarbeit zwischen Architekt, Bauleitung und bauausführender Firma konnten trotz aller Schwierigkeiten bei Festlegung der Entwurfseinzelheiten und bei der Materialbeschaffung die fünf Bürogeschosse in je acht Arbeitstagen bis Ende September, das Dachgeschoss und der obere Dachraum bis zum 14. Oktober fertiggestellt werden. (…) In den Kellergeschossen liegen Räume für Luftschutz, Zentralheizung, Telephonzentrale ...“usw (…) Zur Ausgestaltung:“ Eingebaute Schränke für Akten, Kleiderablagen und Handwaschbecken an den Korridorleisten sämtlicher Büros geben den Räumen eine einheitliche Note.(…) Die Beheizung der Räume erfolgt durch Strahlung von den Decken aus, in deren unterer Teil zu diesem Zweck Heizschlangen eingebaut sind. (…) ...gesundheitsschädliche Staub in die Arbeitsräume und Aktenschränke eindringt, werden die Fenster ständig geschlossen gehalten. Sorgfältig entstaubte Frischluft wird durch eine Klimaanlage zugeführt, die gleichzeitig die Aufgabe hat, den Feuchtigkeitsgrad und die Temperatur der Raumluft in vorgeschriebene Grenzen zu halten und dadurch besonders günstige gesundheitliche Bedingungen zu schaffen. Die Eingangshalle hat einen mehr repräsentativen Charakter, der durch ein künstlerisch wertvolles Glasgemälde aus der Hand des Münchner Malers Sepp Frank besonders betont wird. Die Muschelkalkfassade...- eine Auflage der Stadt – beweist das hervorragende Können unseres Meisterarchitekten. So erhalten wir ein der Bedeutung unserer Gesellschaft angemessenes Verwaltungsgebäude, geräumig, an hervorragender Stelle gebaut, architektonisch schön und innen mit den neusten Errungenschaften der Bautechnik ausgerüstet, ein Haus, wahrlich dazu bestimmt, dass darin beste bergbauliche Verwaltungsarbeit geleistet wird.“ Nach den erheblichen Zerstörungen des Krieges erfolgte ein zum Teil veränderter Wiederaufbau der Fassade. In den letzten Jahren würde das mittlerweile denkmalgeschützte Gebäude kam gepflegt und sollte 2005 zu einem Hotel umgebaut werden. Unter wiederum erheblichen und eher fragwürdigen Eingriffen in die historische Bausubstanz
Quellen: (1) 15 Jg. III/2, 17.Januar 1938
Ein Artikel unseres Autors Lars Buettner.
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