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Akademie Mont Cenis

Standort:Herne 
Adresse:
Architekt:Jourda et Perraudin
Baujahr:1996-1999
 
“Mont Cenis“ entstand nach einem Entwurf der Architekten Jourda et Perraudin aus Lyon, die seit dem Architekturwettbewerb der Internationalen Bauausstellung Emscher Park im Jahre 1990 mit den Architekten Hegger Schleif aus Kassel zusammenarbeiteten. Dank eines EU-Forschungsauftrags konnte 1993 das innovative Umweltkonzept der mikroklimatischen Hülle wissenschaftlich geprüft und - 1994 - für machbar befunden werden. Die Ingenieure Ove Arup and Partners aus London und Agibat erweiterten das Planungsteam. Neue Entwicklungen in der Photovoltaik ermöglichten ab 1994 eine realistischer Planung des Solarfeldes für das Dach der Mikroklimahülle. Als Bauherr wurde die Entwicklungsgesellschaft Mont-Cenis gegründet. Zwei Jahre brauchte es, um rechtliche und finanzielle Probleme zu lösen und Bedenken und Zweifel auf den verschiedensten Ebenen auszuräumen. 1996 konnte die ausführliche Planung beginnen. Schlaich Bergermann und Partner aus Stuttgart übernahmen gemeinsam mit der Firma HL-Technik aus Frankfurt am Main den Part von Ove Arup and Partners. 1999 erfolgte die offizielle Einweihung der Akademie Mont-Cenis in Herne. (…) Futuristisch mutet die Konstruktion der Mikroklimahülle aus Holz, Stahl und Glas an. Alle Bestandteile der Hülle stammen aus Nordrhein- Westfalen. "Made in NRW" lieferten sie industriepolitische Impulse für Bau- und Energiewirtschaft in der Region. Die markante Glashülle ist 180 Meter lang, 75 Meter breit und 15 Meter hoch. Mit 56 Fichtenstämmen und unzähligen Holzrechteckprofilen konstruierten die Baumeister das Gerüst der Glashülle. Ein einheitliches Grundraster erlaubte eine kostengünstige Vorfertigung. Die Holzbauteile wurden durch Stahlseile und stählerne Knotenelemente untereinander verbunden. Die Hallenfläche besteht aus über 20.000 Quadratmetern Glas, das in Aluminiumrahmen eingelegt ist. Rund die Hälfte der Glasscheiben sind so mit Solarzellen belegt, daß alle Bereiche im Innenfreiraum sowie innerhalb der Gebäude optimal beleuchtet und verschattet werden. Dazu wurden auch Solarmodule mit unterschiedlichen Belegungsdichten eingesetzt. Lichtreflektoren vor den Fenstern der Innenhäuser verstärken die Tageslichtversorgung in den hinteren Raumbereichen. Der Hotel-/Wohnbereich ist als eigenständige Baugruppe mit eigenem Außeneingang in die Halle eingegliedert. Ein Teil der Zimmer wird direkt aus der Halle über Laubengänge erschlossen. Der Gebäudekern wurde mit tragenden Betonschotten erstellt. Der repräsentative Eingangsbereich der Fortbildungsakademie mit Empfang, Treppe, Aufzug, Warte- und Besprechungszonen befindet sich in einem dreigeschossigen, doppelwandigen Kegelstumpf, der von oben natürlich belichtet wird. Die übrigen Verwaltungs- und Büroräume sind auf drei Ebenen in Stahlbetonskelettbauweise errichtet worden. Bibliothek und Bürgersaal wurden in Holzbauweise errichtet. Der Bürgersaal - als Saal für Feste, Vorträge, Versammlungen, Theater, Bankette und dergleichen, ist über eine gläserne Fassade, Oberlichter und zusätzliche Fensterflächen zum Stadtteil hin geöffnet. Es besteht eine direkte Verbindung zum benachbarten, ebenerdigen Casino mit Restaurant und Cafeteria.
Quellen: http://www.akademie-mont-cenis.de/
Ein Artikel unseres Autors Lars Büttner.
 
 
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