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Stadttheater Dortmund (Großes Haus)

Standort:Dortmund 
Adresse:Hiltropwall / Hansastraße, Dortmund
Architekt:Roßkotten, Heinrich / Tritthart, Edgar
Baujahr:1958-1966
 
Von dem 1902-1904 nach Entwurf von Martin Dülfer errichteten Vorgängerbau, der heute sicherlich zu den größten Architektur-Denkmälern des Ruhrgebiets zählen würde, ließ der Zweite Weltkrieg nur eine traurige Ruine übrig. In einer Zeit, da der Jugendstil wenig galt, entschied man sich gegen einen Wiederaufbau. Nachdem 1948-1950 zunächst das 'Kleine Haus' als schneller und relativ unaufwändiger Ersatz errichtet worden war, lobte die Stadt Dortmund Ende 1954 einen Architekturwettbewerb für eine großzügige Erweiterung aus. Die Verfasser des siegreichen Entwurfes, der 1886 in Dortmund geborene Heinrich Roßkotten und sein Büropartner Edgar Tritthart, erhielten Ende 1955 den Auftrag. Diskussionsbedarf ergab sich allerdings noch für das Zuschauerhaus – es entstanden in kurzer Zeit acht Entwurfsvarianten dafür. Zwar begannen im Juli 1958 die Bauarbeiten mit dem Werkstättentrakt, aber erst im Sommer 1959 konnte eine endgültige Entscheidung über innere und äußere Gestaltung des Zuschauerhauses herbeigeführt werden. Der zuerst begonnene Bauabschnitt war Anfang 1960 fertig, das Bühnenhaus entstand von 1961 bis 1964, und das 1963 begonnene Zuschauerhaus mitsamt der darunter liegenden Tiefgarage wurde im Frühjahr 1966 vollendet. Prägendes Element der ganzen Anlage ist der aufragende Teil des Zuschauerhauses, dessen im Grundriss dreieckiger Korpus von gläsernen Wänden umschlossen und von einer an den Spitzen des Dreiecks auf dem Flachbau aufliegenden Betonschale 'behütet' wird. In der Hauptansicht – von der Straßenkreuzung Hansastraße / Wall her – wird dieser plastisch-dynamische 'Musentempel' von der geradlinigen und völlig flächenhaften Fassade des Bühnenhauses wie von einer Theaterkulisse hinterfangen. Mangelnde architektonische Wahrhaftigkeit bescheinigte denn auch die zeitgenössische Architekturkritik dem Bau. Die Raum- und Funktionszusammenhänge leugnende Gliederung in die drei kontrastierenden baulichen Elemente Bühnenhaus, Flachbau und Aufbau mit Betonschale wurde gerügt. Die starke Formcharakteristik der Betonschale nutzten die Architekten nicht für für die Gestaltung prägnanter Innenräume, sie verkam gewissermaßen zu einem modisch-schicken, aber eigentlich auch beliebigen Hütchen, das lose und austauschbar auf den Flachbau aufgesetzt erscheint. Geometrisch bzw. konstruktiv handelt es sich bei der Betonschale um einen Rotations-Ellipsoiden, dessen Ränder durch vorgespannte Bewehrung verstärkt sind. Die konstruktive Planung besorgten die Ingenieure Kurt Wüst und Wolfgang Zerna, zu den Planungsbeteiligten gehörten außerdem Walter Unruh als Spezialist für die Bühnentechnik und Albrecht Eisenberg als Akustiker.
Quellen: - 75 Jahre Städtisches Theater in Dortmund 1979; - Architekturführer Dortmund 1984;
Ein Artikel unseres Autors Ulrich Bücholdt.
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