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Bild von Wasserturm 'Lanstroper Ei' 

Wasserturm 'Lanstroper Ei'

Standort:Dortmund 
Adresse:Rote Fuhr, Dortmund-Grevel
Architekt:unbekannt
Baujahr:1904-1905
 
Das unter Denkmalschutz stehende „Lanstroper Ei“ verdient nicht allein als weithin – auch von der Autobahn A 2 – sichtbare Landmarke im Dortmunder Norden Aufmerksamkeit. Auch die Form des Behälters und des ihn tragenden Gerüstes weichen von dem klassischen Bild eines Wasserturms markant ab. Konstruktiv zur Gattung der „Barkhausen-Behälter“ gehörend, lässt sich die Form beschreiben als eine Kugel, der man an ihrem Äquator ein zylindrisches Segment von gleichem Durchmesser (14 m) und weniger als halber Höhe implantiert hat. Statt von einem massiven Turmschaft mit rundem Querschnitt wird der Behälter von einem filigranen Stahlgerüst auf quadratischer Grundfläche getragen. Der Übergang vom Quadrat zum polygonalen Tragring des runden Behälters liefert einen wohl schlagenden Beweis, welche ästhetischen Qualitäten ein reines Ingenieurbauwerk besitzen kann. Der Wasserturm wurde 1905 als Ausgleichsbehälter mit 2.000 Kubikmetern Fassungsvermögen für das ausgedehnte Versorgungsnetz des städtischen Wasserwerks Unna in Betrieb genommen, zu dessen Verbrauchern auch die nahe gelegenen Zechen der Harpener Bergbau AG gehörten. Einige Jahre später wurde dieses Netz vom „Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier“ übernommen, das sich später den weniger sperrigen Namen „Gelsenwasser“ gab. Der Wasserturm wurde bereits 1980 stillgelegt und blieb lange Jahre unbeachtet stehen, seit 1997 macht sich ein Förderverein für seinen Erhalt und seine Restaurierung stark. Obwohl selbst nach 100 Jahren nur unwesentliche Rostschäden zu verzeichnen sind, werden wegen der Einrüstung des Turms und der Entsorgung des Altanstrichs rund 800.000 Euro Kosten veranschlagt. Nach einem mit dem 'Westfälischen Architekturpreis' ausgezeichneten Entwurf von 'Gauselmann Richter Architekten' soll der Wasserturm durch einen kreuzförmigen, eingeschossigen Pavillon zum 'Künstlerzentrum Lanstroper Ei' ergänzt werden. Ob der Turm bei seiner großen Anziehungskraft auf ungebetene Besucher allein dadurch nachhaltig vor Vandalismus- und Graffiti-Schäden bewahrt werden kann, wird sich zeigen müsssen.
Quellen: - Horst Delkus: Wasserturm 'Lanstroper Ei'. - in: Stadt Dortmund (Hrsg.): Metamorphosen. Die Zukunft alter Industrieanlagen. Dortmund, 2000; http://matthias-richter-architekten.de/html/lan.html;
Ein Artikel unseres Autors Ulrich Bücholdt.
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