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Bild von Polizeipräsidium Bochum 

Polizeipräsidium Bochum

Standort:Bochum 
Adresse:Schillerstraße 16-20 / Uhlandstraße 35 / Am Bergbaumuseum, Bochum
Architekt:Scheibner, Ludwig
Baujahr:1926-1929
 
Das Gebäude des Bochumer Polizeipräsidiums steht als Zeitzeugnis nicht allein für eine Reform von Polizeiverwaltungsstrukturen, sondern auch für ein zunehmend demokratisches Verständnis von Polizei, das sich in der Weimarer Republik entwickelte. An der Bauaufgabe als solcher lässt sich auch die schwierige Gratwanderung zwischen preußischer Sparsamkeit (die auch und gerade in der staatlichen Hochbauverwaltung praktiziert wurde) und Repräsentationsbedürfnis nachvollziehen. Das Präsidium war eine relativ hochrangige staatliche Behörde, deren Zuständigkeit die Städte Bochum, Wattenscheid, Gelsenkirchen, Herne und Wanne-Eickel umfasste. Ähnlich wie im Bochumer Rathaus konzentriert sich aber der dekorative Aufwand neben den Räumen der Verwaltungsspitzen auf die verkehrsreichen Erschließungsflächen des Hauses. Gleich hinter dem Haupteingang liegt die zweigeschossige Halle mit der stark farbigen, in Grün- und Blautönen gehaltenen Keramik-Wandverkleidung, dem Bodenbelag aus schwarzen und weißen Steinplatten sowie Türgittern und Deckenleuchter. Hier findet sich seit kurzem auch eine Anzahl der in originaler Farbigkeit rekonstruierten hölzernen Sitzbänke, die ursprünglich in den Fluren verteilt aufgestellt waren. Neben der Halle liegt die schlichte, aber doch großzügig wirkende Haupttreppe aus Eisenbeton, dessen Sichtflächen gestockt und an den Kanten scharriert sind – eine für heutige Maßstäbe arbeitsaufwändige handwerkliche Nachbearbeitung. Weiter wurden auch der Konferenzsaal und sein offener Vorraum stärker dekoriert, besonders letzterer beeindruckt durch den Einsatz von zeittypischen Edelholz-Furnieren. Am Außenbau fällt vor allem der Turm auf, der über dem Haupteingang an der Straßenecke Uhlandstraße / Am Bergbaumuseum auf den etwa ein Jahr zuvor entstandenen Turm-Bauteil des Finanz- und Hauptzollamtes antwortet und anscheinend keine funktionale Rechtfertigung besaß. An der entgegengesetzten Ecke des um zwei Innenhöfe gruppierten Komplexes stößt ein kurzer Flügeltrakt in den Straßen- und Platzraum an der Schillerstraße vor, der ursprünglich auch die Dienstwohnung des Polizeipräsidenten aufnahm, und an den heute über eine zweigeschossige verglaste Brücke der Erweiterungsbau angeschlossen ist. Der Konzentration des Dekorativen im inneren entsprechend, zeigt die Straßenfassade des Ostflügels an der Uhlandstraße ein erhöhtes Maß an Gestaltung, hier verweisen geschossübergreifende Dreieckserker und der dekorative Verband des Ziegelmauerwerks beinahe archetypisch auf die expressionistische Backsteinarchitektur jener Jahre.
Quellen: - Festschrift zur Eröffnung 1929
Ein Artikel unseres Autors Ulrich Bücholdt.
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